Mittwoch, 12. Februar 2014

Buchblogparade Teil 2 von 12


Mein 2. Beitrag zur Buchblogparade stammt aus der Feder des britischen "Pop-Schrifstellers" Nick Hornby, international vor allem bekannt durch Hollywood-Verfilmungen seiner Bestseller "High Fidelity", "Fever Pitch" & "About a Boy". Selbst habe ich nur "High Fidelity" gelesen (2002 während meiner Australien-Reise), welches für mich als Musikliebhaber natürlich Pflichtlektüre war und mir auch sehr gut gefallen hat.

Hornby schreibt jedoch nicht nur, sondern er liest auch, und das nicht zu knapp. In einer Kolumne in der der amerikanischen Literaturzeitschrift The Believer hat er darüber buchstäblich "Buch geführt" und diese gesammelten Beiträge wurden unter dem Titel  "Mein Leben als Leser"(Kiepenheuer & Witsch, Köln) 2005 veröffentlicht. Ich hab das Büchlein schon seit einigen Jahren daheim liegen, es bisher aber aus unerfindlichen Gründen nicht gelesen. Da geht es mir ähnlich wie Hornby, der gleich im Eröffnungskapitel klarstellt: 
"Es soll hier also darum gehen, wie, wann und warum man liest, und darum, was man liest - um die Art und Weise, wie im Idealfall ein Buch zum nächsten und übernächsten führt, eine papierene Fährte aus Themen und Sinnzusammenhängen. [...] Aber vorweg ein paar grundsätzliche Regeln: 1. Ich möchte keine Klagen hören, ich würde zu viel Geld für Bücher ausgeben, die ich dann doch nicht lese. Das weiß ich selbst. Ich habe stets die Absicht, sie mehr oder weniger alle zu lesen. Meine Absichten sind gut. Und schließlich ist es ja mein Geld. Ich wette bei Ihnen ist es ähnlich."

Da wir bei der von Eva-Maria Nielsen gestarteten Buchblogparade ja auch alle einen Einblick in unsere Lesegewohnheiten bzw. unsere eigene "papierene Fährte" geben, empfand ich das Buch als passenden Beitrag und bekam ausserdem Lust es endlich zur Hand zu nehmen, nachdem es mehrere Jahre in meinem Bücherregal verschollen war. Das Buch enthält 14 Beiträge seiner Kolumne im Believer, wobei zunächst jeweils die gekauften bzw. gelesenen Bücher des vergangenen Monat aufgeführt werden, bevor uns Hornby in seiner typisch launigen Art durch das abgelaufene Lesemonat führt. Dabei erfährt man nicht nur viel über seine Lesegewohnheiten, sondern auch über ihn selbst - zB. wie er mit dem Autismus seines Sohnes umgeht, wieso er Charles Dickens für den grössten Autor aller Zeiten hält aber noch nie "David Copperfield" gelesen hat, oder warum er Bücher anderen Kunstformen wie Musik oder Film (bei denen er ja ebenfalls sehr bewandert ist) für überlegen hält.

"Langsam begreife ich, dass es sich mit unserer Leselust so verhält wie mit unserem Appetit auf bestimmte Speisen. Unser Gehirn sagt uns, wann wir das literarische Äquivalent zu Salat, Schokolade, Fleisch oder Kartoffeln brauchen. Moneyball habe ich gelesen, weil ich nach dem 900-Gramm-Steak No Name Appetit auf was Schnelles und Leichtes hatte. Die Sirenen des Titan zu lesen, war keine Abwehrreaktion auf Sam, George und ein ganz gewöhnlicher Montag, sondern vollendete es. Was war es also? Senf? Glutamat? Ein Brandy? Es war jedenfalls köstlich."

PS: Mein vergangener Büchermonat sah übrigens so aus:

Gekaufte Bücher:
Stieg Larsson - "Verblendung"

Amanda Knox - "Zeit gehört zu werden"

Gelesene Bücher:
"Verblendung" (Stieg Larsson)
"Mein Leben als Leser" (Nick Hornby)